Andrea Flueckiger

Anpfiff für die gleichstellung

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Fachbereich:
Content Creation & Marketing
Semester (Modul):
1. Modul
Team:
Andrea Flueckiger

2. Harte Fouls abseits des Felds 2.1 Doppelte Hürde, doppelter Kampf Der lange Weg zur Gleichstellung im Frauenfussball ist holprig. Die Spielerinnen verdienen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie genauso hart trainieren und spielen. Ein aktuelles Beispiel zeigt auch den klaren Unterschied: „60’000 Euro pro Spielerin würden die Frauen für einen EM-Sieg erhalten. […]

Ein Satz, den man leider auch heute noch zu oft hört. Dabei zeigen die Spielerinnen auf dem Fussballplatz immer wieder, wie viel Talent, Leidenschaft und harte Arbeit in ihrer Leistung des Sports steckt. Sie kämpfen leider nicht nur um Tore und Siege, sondern auch um den Respekt der Welt, den sie sich auch verdienen. Es gibt viele offene Fragen wie: Warum wird ihre Leistung oft belächelt oder nicht ernst genommen? Warum redet man bei ihnen mehr über ihr Make-up und ihre Outfits als über Dribblings und Tore? Diese Fragen bleiben meistens offen. Sind sie nicht genau der Hinweis darauf, dass etwas geändert werden muss? Die Dunkelheit und die fehlende Beleuchtung in den Bildern zeigen symbolisch die Herausforderungen, mit denen der Frauenfussball zu kämpfen hat, wie die fehlenden Ressourcen, aber auch den grandiosen Einsatz.

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2. Harte Fouls abseits des Felds

2.1 Doppelte Hürde, doppelter Kampf

Der lange Weg zur Gleichstellung im Frauenfussball ist holprig. Die Spielerinnen verdienen deutlich

weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie genauso hart trainieren und spielen. Ein aktuelles

Beispiel zeigt auch den klaren Unterschied: „60’000 Euro pro Spielerin würden die Frauen für einen

EM-Sieg erhalten. Die Männer hätten an der EM im vergangenen Jahr 400’000 Euro für einen

Finalsieg bekommen“ (NZZ). 1989 war der deutsche Frauen-EM-Sieg und die erste Frauenfussball-

TV-Übertragung mit einem Kaffeeservice als Preis verbunden. Zum Vergleich: 1980 erhielten die

Männer des EM-Sieges 25.000 Deutsche Mark pro Spieler. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen,

wie gross der finanzielle Unterschied heute immer noch ist. Doch es geht nicht nur ums Geld. Noch

viel mehr geht es um fehlende Ressourcen, die den Frauen nicht zur Verfügung stehen. Top-

Trainingsbedingungen und die Ausrüstungen sind oft schlechter.

„Manchmal fühlt es sich an, als müssten wir doppelt so hart kämpfen, nur um ernst genommen zu

werden“, sagen viele Spielerinnen. Die Männerteams können immer auf den neuesten und besten

Trainingsplätzen trainieren. Die Frauen haben dieses Budget nicht ansatzweise. Trotz der enormen

Ungleichheiten geben die Spielerinnen alles, um auf bestem Niveau zu sein. Ohne Licht und bei

schlechten Wetterkonditionen geben die Spielerinnen trotzdem vollen Einsatz, was ihre Leidenschaft

und Entschlossenheit zeigt.

Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass die Qualität des Frauenfussballs oft unterschätzt wird.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Frauenfussball sein volles wirtschaftliches Potenzial noch

nicht erreicht hat. „Die Unterschiede zwischen den Bewertungen der Leistungen von weiblichen und

männlichen Spielern verschwinden, wenn das Geschlecht nicht erkennbar ist“ (News.uzh). Dies zeigt,

dass viele Zuschauer und Kritiker immer noch mit einem vorgefertigten Bild auf den Sport schauen.

Einem Bild, das Frauen automatisch in den Schatten ihrer männlichen Kollegen stellt. Diese

Ungleichheit raubt den Spielerinnen nicht nur die Anerkennung, die sie für ihre harte Arbeit

verdienen, sondern senkt auch die Chancen, den Frauenfussball auf das gleiche Level wie den

Männerfussball zu bringen.

Es wird Zeit, dass Fussballleistungen unabhängig vom Geschlecht bewertet werden. Denn auf dem

Spielfeld zählt nicht, wer man ist, sondern wie man spielt

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2.2 Gesehen werden, aber nicht gehört

Ein Hindernis, bei dem die Spielerinnen besonders kämpfen müssen, ist die mediale Wahrnehmung.

Dieses kennen die männlichen Spieler kaum. Während bei ihnen über ihre Leistung auf dem Platz

gesprochen wird, werden die Frauen oft über ihr Aussehen kommentiert statt über ihre Leistungen.

Spielerinnen wie Alisha Lehmann (Schweizer A-Nationalspielerin) sind zwar Spitzenfussballerinnen,

stehen jedoch häufiger wegen ihres Aussehens in den Schlagzeilen. Wenn man bei Google ihren

Namen eingibt, findet man fast keine Fragen zu ihren Fussballleistungen. Dies ist hingegen bei einem

Jan Sommer ganz anders, und hier sieht man den klaren Unterschied, wie das Interesse für den

Frauenfussball steht. Das ist nicht nur im Internet zu sehen, sondern auch auf dem Spielfeld. “Frauen

provozieren, diskutieren und schauspielern weniger im Spiel. In einer Studie aus dem Jahr 2011

stellten Wissenschaftler fest, dass Frauen das Spiel nach Unterbrechungen nach durchschnittlich 54

Sekunden fortsetzen, während Männer dazu 79 Sekunden brauchen” (Woman’s health). Gerade bei

jungen Leuten in der Schweiz wird sehr schnell über Alisha Lehmann gesprochen, sobald es sich um

Frauenfussball handelt, doch leider selten wegen ihrer sportlichen Leistungen. Stattdessen steht oft

ihr Aussehen im Mittelpunkt, und sie wird nicht selten belächelt oder kritisiert. Schlagzeilen wie

„Sexy Fussballstar zeigt mehr als gewollt“ (sportbild.bild.de) zeigen, wie oberflächlich die mediale

Wahrnehmung sein kann. Wie die Medien den Frauenfussball darstellen, nimmt dem Sport seinen

eigentlichen Wert und schmälert die Anerkennung für die harte Arbeit, die hinter ihren Erfolgen steckt.

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Die Bilder verbinden modische und ästhetische Elemente, um die Spielerinnen geschmackvoll

darzustellen, ohne in das Klischee zu fallen, dass es nur ums Aussehen geht. Diese Bilder zeigen

spezifisch die Ironie, wie Frauen im Fussball oft wahrgenommen werden: Ihre Leistungen werden

ignoriert, während über ihr Äusseres geredet wird. Mit diesen zwei Bildern kann man genau das

hinterfragen und den Fokus auf ihre Stärke und Professionalität legen. Die ästhetische Darstellung

soll zeigen, dass Eleganz und Präsenz auch Teil des Frauenfussballs sind, ohne die sportliche Identität

zu verlieren. Es geht darum, zu zeigen, dass ihre Leistung nicht von Oberflächlichkeiten bestimmt

werden darf.

2.3 Fair Play?

Es gibt Ideen, wie mehr Spannung ins Spiel kommen könnte. Wenn Frauen im Fussball über den Platz

stürmen, bleiben die Distanzen die gleichen wie beim Männerfussball, doch die Geschwindigkeit ist

geringer. Somit wirkt das ganze Spiel weniger packend und wird dadurch als weniger gut oder sogar

schlecht bezeichnet. Das heisst, es ist schlecht fürs Entertainment und schlecht für die Publizität.

Könnte man dieses Problem etwa aufheben, indem man die Spielfeldgrössen anpasst und die Tore an

die Grösse der Frauen? So weit hergeholt ist die Idee anscheinend gar nicht. Wie man sieht, hat die

nordamerikanische Eishockeyliga NHL, die kleinere Spielfelder hat als in Europa, gezeigt: The

smaller the court, the bigger the show. „Das geht hoch her. Das könnte auch den Frauen-Feldsport

telegener machen“ (Zeit Online).

Die Meinungen zu angepassten Spielfeldern trennen sich. „Insofern würde das Frauen nicht helfen“,

sagt der Sportwissenschaftler Nieland. Ob das die Lösung wäre? Würde man eher zuschauen? Seraina

Piubel, die Schweizer Nationalspielerin, hat auch ihre Meinung zu dieser Idee: „Ich persönlich finde,

dass solche Änderungen nicht notwendig sind. Frauenfussball hat bereits seinen eigenen Charakter

und Charme, der das Spiel spannend und attraktiv macht. Statt die Spielfelder zu verändern, wäre es

wichtiger, in die Infrastruktur und die Förderung des Sports zu investieren, um das Spiel auf allen

Ebenen weiterzuentwickeln.“

Der Frauenfussball ist in den letzten Jahren sichtbarer geworden, aber es gibt noch so viel mehr, was

getan werden kann, um ihn wirklich populär zu machen. Einer der wichtigsten Schritte wäre, dass die

Medien mehr berichten, nicht nur über Spiele, sondern auch über die Geschichten hinter den

Spielerinnen. Live-Übertragungen, spannende Reportagen und persönliche Einblicke könnten eine

echte Verbindung zu den Fans schaffen und zeigen, wie viel Leidenschaft und Einsatz in diesem Sport

steckt.

Die Frage bleibt: Was können wir als Einzelpersonen tun, um den Frauenfussball zu stärken und ihm

die Bühne zu geben, die er verdient hat?

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2.4 Der Letzte Pfiff oder doch erst der Anfang?

Frauenfussball steht für Leidenschaft, Fairness und Veränderung. Die Spielerinnen geben alles auf

dem Platz und doch kämpfen sie oft mit Vorurteilen und unfairer medialer Aufmerksamkeit. Sie

setzen sich nicht nur für ihre eigenen Rechte ein, sondern machen den Weg frei für die nächste

Generation. Doch der Weg zur Gleichstellung ist leider noch lang, aber Veränderung passiert nicht

von allein. Sie beginnt bei jedem von uns: Wie oft schauen wir ein Frauenfussballspiel? Wie oft

hinterfragen wir die Schlagzeilen, die uns präsentiert werden? Was, wenn wir beim nächsten Mal

nicht nur ihre TikToks sehen, sondern ihre Leistung und ihren Einsatz anerkennen? Der Ball liegt jetzt

bei uns, denn solange der Pfiff zur Gleichstellung nicht ertönt ist, ist das Spiel noch nicht vorbei.

Die UEFA Women’s EURO 2025 bietet den Fussballerinnen grosse Chancen, sie sichtbarer zu machen

durch ihre harte Leistung auf dem Spielfeld, indem sie dadurch auch mehr Fans gewinnen. Seraina

meint: „Fans und volle Stadien geben uns Spielerinnen so viel Energie und Motivation. Es zeigt, dass

der Frauenfussball endlich mehr Anerkennung bekommt. Die Unterstützung der Fans macht den

Fussball zu dem, was er wirklich ist, ein Erlebnis, das wir alle gemeinsam teilen können.“

Es braucht nicht viel, um hier eine Veränderung anzustossen. Die Medien könnten mehr über die

sportlichen Erfolge der Spielerinnen Veröffentlichen, über ihren Starken Ehrgeiz, ihre Leistungen und

Technik. Die Geschichten, die erzählt werden, müssten hervorheben, was wirklich zählt, dies wäre:

den Sport, die Leidenschaft und die harte Arbeit, die jede Spielerin mit ins Spiel nimmt. Wenn wir

anfangen, Fussballerinnen für ihre Leistung zu feiern und ihre Erfolge sichtbarer zu machen, kann

sich auch die Wahrnehmung eventuell ändern. Es wird Zeit, dass wir den Frauenfussball genauso

respektieren und wertschätzen wie den Männerfussball. Denn am Ende geht es um das Spiel und nicht

darum, ob es von einem Mann oder einer Frau gespielt wird.

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Absolventin / Absolvent

Andrea Flueckiger