Anpfiff für die gleichstellung
2. Harte Fouls abseits des Felds 2.1 Doppelte Hürde, doppelter Kampf Der lange Weg zur Gleichstellung im Frauenfussball ist holprig. Die Spielerinnen verdienen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie genauso hart trainieren und spielen. Ein aktuelles Beispiel zeigt auch den klaren Unterschied: „60’000 Euro pro Spielerin würden die Frauen für einen EM-Sieg erhalten. […]
Ein Satz, den man leider auch heute noch zu oft hört. Dabei zeigen die Spielerinnen auf dem Fussballplatz immer wieder, wie viel Talent, Leidenschaft und harte Arbeit in ihrer Leistung des Sports steckt. Sie kämpfen leider nicht nur um Tore und Siege, sondern auch um den Respekt der Welt, den sie sich auch verdienen. Es gibt viele offene Fragen wie: Warum wird ihre Leistung oft belächelt oder nicht ernst genommen? Warum redet man bei ihnen mehr über ihr Make-up und ihre Outfits als über Dribblings und Tore? Diese Fragen bleiben meistens offen. Sind sie nicht genau der Hinweis darauf, dass etwas geändert werden muss? Die Dunkelheit und die fehlende Beleuchtung in den Bildern zeigen symbolisch die Herausforderungen, mit denen der Frauenfussball zu kämpfen hat, wie die fehlenden Ressourcen, aber auch den grandiosen Einsatz.

2. Harte Fouls abseits des Felds
2.1 Doppelte Hürde, doppelter Kampf
Der lange Weg zur Gleichstellung im Frauenfussball ist holprig. Die Spielerinnen verdienen deutlich
weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie genauso hart trainieren und spielen. Ein aktuelles
Beispiel zeigt auch den klaren Unterschied: „60’000 Euro pro Spielerin würden die Frauen für einen
EM-Sieg erhalten. Die Männer hätten an der EM im vergangenen Jahr 400’000 Euro für einen
Finalsieg bekommen“ (NZZ). 1989 war der deutsche Frauen-EM-Sieg und die erste Frauenfussball-
TV-Übertragung mit einem Kaffeeservice als Preis verbunden. Zum Vergleich: 1980 erhielten die
Männer des EM-Sieges 25.000 Deutsche Mark pro Spieler. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen,
wie gross der finanzielle Unterschied heute immer noch ist. Doch es geht nicht nur ums Geld. Noch
viel mehr geht es um fehlende Ressourcen, die den Frauen nicht zur Verfügung stehen. Top-
Trainingsbedingungen und die Ausrüstungen sind oft schlechter.
„Manchmal fühlt es sich an, als müssten wir doppelt so hart kämpfen, nur um ernst genommen zu
werden“, sagen viele Spielerinnen. Die Männerteams können immer auf den neuesten und besten
Trainingsplätzen trainieren. Die Frauen haben dieses Budget nicht ansatzweise. Trotz der enormen
Ungleichheiten geben die Spielerinnen alles, um auf bestem Niveau zu sein. Ohne Licht und bei
schlechten Wetterkonditionen geben die Spielerinnen trotzdem vollen Einsatz, was ihre Leidenschaft
und Entschlossenheit zeigt.
Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass die Qualität des Frauenfussballs oft unterschätzt wird.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Frauenfussball sein volles wirtschaftliches Potenzial noch
nicht erreicht hat. „Die Unterschiede zwischen den Bewertungen der Leistungen von weiblichen und
männlichen Spielern verschwinden, wenn das Geschlecht nicht erkennbar ist“ (News.uzh). Dies zeigt,
dass viele Zuschauer und Kritiker immer noch mit einem vorgefertigten Bild auf den Sport schauen.
Einem Bild, das Frauen automatisch in den Schatten ihrer männlichen Kollegen stellt. Diese
Ungleichheit raubt den Spielerinnen nicht nur die Anerkennung, die sie für ihre harte Arbeit
verdienen, sondern senkt auch die Chancen, den Frauenfussball auf das gleiche Level wie den
Männerfussball zu bringen.
Es wird Zeit, dass Fussballleistungen unabhängig vom Geschlecht bewertet werden. Denn auf dem
Spielfeld zählt nicht, wer man ist, sondern wie man spielt


2.2 Gesehen werden, aber nicht gehört
Ein Hindernis, bei dem die Spielerinnen besonders kämpfen müssen, ist die mediale Wahrnehmung.
Dieses kennen die männlichen Spieler kaum. Während bei ihnen über ihre Leistung auf dem Platz
gesprochen wird, werden die Frauen oft über ihr Aussehen kommentiert statt über ihre Leistungen.
Spielerinnen wie Alisha Lehmann (Schweizer A-Nationalspielerin) sind zwar Spitzenfussballerinnen,
stehen jedoch häufiger wegen ihres Aussehens in den Schlagzeilen. Wenn man bei Google ihren
Namen eingibt, findet man fast keine Fragen zu ihren Fussballleistungen. Dies ist hingegen bei einem
Jan Sommer ganz anders, und hier sieht man den klaren Unterschied, wie das Interesse für den
Frauenfussball steht. Das ist nicht nur im Internet zu sehen, sondern auch auf dem Spielfeld. “Frauen
provozieren, diskutieren und schauspielern weniger im Spiel. In einer Studie aus dem Jahr 2011
stellten Wissenschaftler fest, dass Frauen das Spiel nach Unterbrechungen nach durchschnittlich 54
Sekunden fortsetzen, während Männer dazu 79 Sekunden brauchen” (Woman’s health). Gerade bei
jungen Leuten in der Schweiz wird sehr schnell über Alisha Lehmann gesprochen, sobald es sich um
Frauenfussball handelt, doch leider selten wegen ihrer sportlichen Leistungen. Stattdessen steht oft
ihr Aussehen im Mittelpunkt, und sie wird nicht selten belächelt oder kritisiert. Schlagzeilen wie
„Sexy Fussballstar zeigt mehr als gewollt“ (sportbild.bild.de) zeigen, wie oberflächlich die mediale
Wahrnehmung sein kann. Wie die Medien den Frauenfussball darstellen, nimmt dem Sport seinen
eigentlichen Wert und schmälert die Anerkennung für die harte Arbeit, die hinter ihren Erfolgen steckt.


Die Bilder verbinden modische und ästhetische Elemente, um die Spielerinnen geschmackvoll
darzustellen, ohne in das Klischee zu fallen, dass es nur ums Aussehen geht. Diese Bilder zeigen
spezifisch die Ironie, wie Frauen im Fussball oft wahrgenommen werden: Ihre Leistungen werden
ignoriert, während über ihr Äusseres geredet wird. Mit diesen zwei Bildern kann man genau das
hinterfragen und den Fokus auf ihre Stärke und Professionalität legen. Die ästhetische Darstellung
soll zeigen, dass Eleganz und Präsenz auch Teil des Frauenfussballs sind, ohne die sportliche Identität
zu verlieren. Es geht darum, zu zeigen, dass ihre Leistung nicht von Oberflächlichkeiten bestimmt
werden darf.
2.3 Fair Play?
Es gibt Ideen, wie mehr Spannung ins Spiel kommen könnte. Wenn Frauen im Fussball über den Platz
stürmen, bleiben die Distanzen die gleichen wie beim Männerfussball, doch die Geschwindigkeit ist
geringer. Somit wirkt das ganze Spiel weniger packend und wird dadurch als weniger gut oder sogar
schlecht bezeichnet. Das heisst, es ist schlecht fürs Entertainment und schlecht für die Publizität.
Könnte man dieses Problem etwa aufheben, indem man die Spielfeldgrössen anpasst und die Tore an
die Grösse der Frauen? So weit hergeholt ist die Idee anscheinend gar nicht. Wie man sieht, hat die
nordamerikanische Eishockeyliga NHL, die kleinere Spielfelder hat als in Europa, gezeigt: The
smaller the court, the bigger the show. „Das geht hoch her. Das könnte auch den Frauen-Feldsport
telegener machen“ (Zeit Online).
Die Meinungen zu angepassten Spielfeldern trennen sich. „Insofern würde das Frauen nicht helfen“,
sagt der Sportwissenschaftler Nieland. Ob das die Lösung wäre? Würde man eher zuschauen? Seraina
Piubel, die Schweizer Nationalspielerin, hat auch ihre Meinung zu dieser Idee: „Ich persönlich finde,
dass solche Änderungen nicht notwendig sind. Frauenfussball hat bereits seinen eigenen Charakter
und Charme, der das Spiel spannend und attraktiv macht. Statt die Spielfelder zu verändern, wäre es
wichtiger, in die Infrastruktur und die Förderung des Sports zu investieren, um das Spiel auf allen
Ebenen weiterzuentwickeln.“
Der Frauenfussball ist in den letzten Jahren sichtbarer geworden, aber es gibt noch so viel mehr, was
getan werden kann, um ihn wirklich populär zu machen. Einer der wichtigsten Schritte wäre, dass die
Medien mehr berichten, nicht nur über Spiele, sondern auch über die Geschichten hinter den
Spielerinnen. Live-Übertragungen, spannende Reportagen und persönliche Einblicke könnten eine
echte Verbindung zu den Fans schaffen und zeigen, wie viel Leidenschaft und Einsatz in diesem Sport
steckt.
Die Frage bleibt: Was können wir als Einzelpersonen tun, um den Frauenfussball zu stärken und ihm
die Bühne zu geben, die er verdient hat?


2.4 Der Letzte Pfiff oder doch erst der Anfang?
Frauenfussball steht für Leidenschaft, Fairness und Veränderung. Die Spielerinnen geben alles auf
dem Platz und doch kämpfen sie oft mit Vorurteilen und unfairer medialer Aufmerksamkeit. Sie
setzen sich nicht nur für ihre eigenen Rechte ein, sondern machen den Weg frei für die nächste
Generation. Doch der Weg zur Gleichstellung ist leider noch lang, aber Veränderung passiert nicht
von allein. Sie beginnt bei jedem von uns: Wie oft schauen wir ein Frauenfussballspiel? Wie oft
hinterfragen wir die Schlagzeilen, die uns präsentiert werden? Was, wenn wir beim nächsten Mal
nicht nur ihre TikToks sehen, sondern ihre Leistung und ihren Einsatz anerkennen? Der Ball liegt jetzt
bei uns, denn solange der Pfiff zur Gleichstellung nicht ertönt ist, ist das Spiel noch nicht vorbei.
Die UEFA Women’s EURO 2025 bietet den Fussballerinnen grosse Chancen, sie sichtbarer zu machen
durch ihre harte Leistung auf dem Spielfeld, indem sie dadurch auch mehr Fans gewinnen. Seraina
meint: „Fans und volle Stadien geben uns Spielerinnen so viel Energie und Motivation. Es zeigt, dass
der Frauenfussball endlich mehr Anerkennung bekommt. Die Unterstützung der Fans macht den
Fussball zu dem, was er wirklich ist, ein Erlebnis, das wir alle gemeinsam teilen können.“
Es braucht nicht viel, um hier eine Veränderung anzustossen. Die Medien könnten mehr über die
sportlichen Erfolge der Spielerinnen Veröffentlichen, über ihren Starken Ehrgeiz, ihre Leistungen und
Technik. Die Geschichten, die erzählt werden, müssten hervorheben, was wirklich zählt, dies wäre:
den Sport, die Leidenschaft und die harte Arbeit, die jede Spielerin mit ins Spiel nimmt. Wenn wir
anfangen, Fussballerinnen für ihre Leistung zu feiern und ihre Erfolge sichtbarer zu machen, kann
sich auch die Wahrnehmung eventuell ändern. Es wird Zeit, dass wir den Frauenfussball genauso
respektieren und wertschätzen wie den Männerfussball. Denn am Ende geht es um das Spiel und nicht
darum, ob es von einem Mann oder einer Frau gespielt wird.
