Horror Made in Japan & Switzerland
Yoshihiro Hori (Astoness)
Watos – Call of Dark ist ein 1st Person VR Game, das im Cthulhu Mythos spielt.
Das Entwicklungsteam ist eine japanisch-schweizerische Kooperation, in der Leonard Walzer zwischen zwei Nationen und über eine Sprachbarriere hinweg vermittelt, programmiert und die Mentalität der SAE lebt.
Games programmieren und mit Menschen kommunizieren – Leonard Walzer spielt seine beiden grössten Stärken im VR Horror Game Watos – Call of Dark voll aus. Im Entwicklungsteam programmiert und vermittelt er, über eine Sprachbarriere hinweg, zwischen Japan und der Schweiz. Die Grundlagen fürs Programmieren und Netzwerken hatte er schon lange, perfektioniert hat er beides schliesslich am SAE Institute.
Fragt man Leo, was ihm an seinem SAE Studium am besten gefallen hat, ist die Antwort also wenig überraschend: das Netzwerk aus Medienschaffenden, in das er aufgenommen wurde. Ein Netzwerk, welches er sich aber auch selbst noch weiter auf- und ausgebaut hat. „Ich kenne eigentlich die wichtigsten Game-Entwickler·innen und Programmierer·innen der Schweiz und auch über die Landesgrenzen hinaus bin ich vernetzt. Mit meinem Dozenten war ich sogar auf der Game Developers Conference in San Francisco und habe Goichi Suda (Suda51) kennengelernt.“
Networking & Games Programming
Die Themen Gaming und Programming interessieren ihn schon seit seiner frühen Kindheit, eigentlich, seit er einen Controller halten kann. Nach dem Schulabschluss war es also keine Frage, welche berufliche Richtung er einschlagen wollte. Zur Vorbereitung aufs Studium zog es ihn für zwei Jahre nach Japan, wo er bereits seine ersten Schritte im Games Programming machte, ehe er schliesslich am SAE Institute Zürich anfing zu studieren. Durch den hohen Praxisanteil und den regen Austausch mit dem Lehrpersonal und den anderen Studierenden, hat Leo dort gelernt, wirklich sauber zu programmieren. Ein Skill, der gerade für die Arbeit im Team besonders wichtig ist.
Dass Leo das Netzwerken mittlerweile perfektioniert hat, zeigt sich in seiner Arbeit an dem Spiel Watos – Call of Dark des japanischen Entwicklungsstudios Astoness. Den Gründer des Studios, Yoshihiro Hori, lernt er in der Schweiz auf einer Party kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb. 2019 treffen sie sich auf der Tokyo Game Show wieder und noch auf der Messe beschliesst Hori sein Studio zu gründen und Leo mit ins Boot zu holen. „Voll der krasse Typ“, wie Leo ihn anerkennend nennt und womit er vermutlich auch Recht hat.

Watos – Call of Dark
Watos – Call of Dark ist ein 1st Person VR Spiel, das in H.P. Lovecrafts Cthulhu Universum angesiedelt ist. Nur mit einer Laterne ausgestattet, begibst du dich in das dunkle Haus deines verstorbenen Grossvaters, um Wertgegenstände zu stehlen. Stattdessen siehst du dich aber mit den Schrecken der Dunkelheit, deinen eigenen Ängsten und den okkulten Machenschaften deines Vorfahren konfrontiert. Dabei sind Kämpfe nicht von großer Bedeutung, vielmehr steht das Lösen von Rätseln im Mittelpunkt.
Die Entscheidung, das Spiel in Virtual Reality zu realisieren, beruht zum einen auf der Faszination des Studiogründers für das Format, zum anderen auf den Möglichkeiten der Immersion, die es den Spielenden bietet. Das Game spielt mit deiner Angst und der ureigenen Furcht vor der Dunkelheit und dem, was darin lauert. Denn viel furchteinflössender als das, was man sieht, ist das, was man nicht sieht – die Sachen, die in deinem Kopf passieren. Die einzige Lichtquelle im Spiel ist deshalb die Laterne, die die Spielenden selbst tragen. Die VR Brille gewährleistet, dass kein Licht von aussen die Wahrnehmung des Games beeinträchtigen kann. Und wer schon einmal eine VR Brille aufhatte, wird die Sogwirkung dieser bestätigen können. Es entsteht das Gefühl, etwas könnte sich hinter deinem Rücken bewegen oder anschleichen.
Der Horror zwischen Japan und der Schweiz
Das Entwicklungsteam ist eine Kooperation japanischer und schweizer Programmierenden und Game Artists. Leo ist dabei nicht nur einer der Hauptprogrammierenden, sondern auch Vermittler zwischen den beiden Nationen. Dass das nicht immer einfach ist und Meetings oft länger brauchen, ist wohl wenig verwunderlich. Leo ist aber prädestiniert für diese Aufgabe und verhindert, dass der Horror vom Game auf das Team übergreift. Dabei helfen ihm nicht nur seine eigenen japanischen Wurzeln, sondern auch die zwei Jahre, die er vor seinem Studium bereits in Japan gelebt und gearbeitet hat. Aus seiner Zeit an der SAE hat er Tobias Zimmermann als Character Designer und Jasmin Dudler als Environment Artist mit in das Projekt gebracht.
Die größte Herausforderung für das Team stellte bisher aber die Fantasy Basel 2021 dar. Für die Messe war es das Ziel des Studios, über einen spielbaren Prototyp zu verfügen. Spieletests sind für die Entwicklung eines Games enorm wichtig und auf Veranstaltungen wie der Fantasy finden sich viele Testspieler, die umfangreiches Feedback geben können. Dabei helfen die Tests nicht nur, Bugs zu finden, sondern zeigen insbesondere, wie die Spielenden sich tatsächlich im Game verhalten und wie sie es annehmen. „Der dadurch entstandene Crunch war enorm, die Erkenntnisse aus den Spieletests haben uns dafür aber auch sehr weitergeholfen“ erinnert sich Leo.
(Crunch: sich anhäufende Überstunden, die bei der Programmierung eines Games entstehen, fast immer im Zusammenhang mit einer anstehenden Deadline.)
Was bringt die Zukunft?
Seine Zukunft sieht Leo nicht in der Entwicklung von Virtual Reality Games. Auch wenn er das Format spannend und interessant findet, ist die Technik seiner Meinung nach noch nicht weit genug und wirft zu viele Probleme auf. Ein eigenes Game zu entwickeln, ist Leos Ziel. Ganz ohne VR und am besten mit seinem eigenen Studio. Er möchte dann der mit der Idee sein. So zielstrebig, kommunikativ und offen, wie wir ihn erlebt haben, wird er auch genau das erreichen – da sind wir uns sicher.









