FOMO
Jede Generation sagt, der nächsten nach das sie schwächer sei, keine Disziplin oder keinen Arbeitswillen habe. Dieses Phänomen ist nicht neu und so wird auch die Generation Z nicht davon verschont.
Die Generation wird oft mit Vorurteilen wie Faulheit, Handysucht und Selbstverliebtheit konfrontiert. Doch eines der bedeutendsten Phänomene, dass sich in der Generation Z breit macht, ist die FOMO – die Angst, etwas zu verpassen. Aber was ist FOMO genau?
Es scheint, als ob die heutige Jugend die Welt zu ihren Füssen hat. Gegenwärtig ist es meist kein Problem mehr, die ganze Welt zu bereisen, sich mit Menschen von überall zu verknüpfen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Dank des Handys und den sozialen Netzwerken ist ein solcher Austausch heute möglich. Die Generation Z, die erste Generation, die vollständig mit dem Internet und Smartphone aufwuchs, ist stark vom technologischen Fortschritt geprägt. Ein Grossteil ihres Lebens spielt sich in der digitalen Welt ab, in der sie vernetzt und ständig erreichbar sind. Auf Social-Media-Plattformen eröffnet sich meist eine Welt voller Positivität und lächelnder Menschen. Es wird oft eine perfekte Welt inszeniert. Doch die Realität zeigt, dass dieses Glück oft nur eine Fassade ist. Der soziale Druck, sich optimal zu präsentieren, nimmt zu, und der ständige Vergleich mit anderen wird zu einem allgegenwärtigen Begleiter. Dieser Druck wird durch das Phänomen FOMO „Fear of missing out“ verstärkt. In diesem Bericht geht es um das Thema soziale Medien und wie sie die Generation Z prägen und formen, sowie das Phänomen FOMO - die Angst, etwas zu verpassen.

GENERATION Z
Die Meinungen zur Generation Z spalten sich. Manche loben sie für ihre hohe Disziplin, Anpassungsbereitschaft und Akzeptanz, während andere sie als faul, handysüchtig und arrogant bezeichnen. Aber wieso gehen die Meinungen zu dieser Generation so auseinander? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, verschaffen wir uns erst einen Überblick über die Generationen Einteilung.
Überblick der Generationen
Die verschiedenen Generationen werden anhand von Altersgruppen eingeteilt, wobei historische und soziale Ereignisse berücksichtigt werden. Kriege, wirtschaftlicher Auf- oder Abschwung, markante gesellschaftliche Trends wie die Digitalisierung formen die Wertvorstellung und das Verhalten der entsprechenden Generationen. Die heute lebenden Generationen werden in sechs Gruppen unterteilt: Stille Generation, Babyboomer, Generation X, Generation Y, Generation Z und Generation Alpha.
(Mehr Informationen zu den einzelnen Generationen können Sie der Grafik entnehmen.)

Teilung der Generationen
Es gibt viele Faktoren, die die Generationen voneinander unterscheiden. Einer der grössten ist sicher das Internet. Die Stille Generation, Babyboomer und Generation X sind nicht in der digitalen Welt aufgewachsen. Sie wurden durch die beiden Weltkriege, die Nachkriegsfolgen, dem wirtschaftlichen Aufschwung und der Wirtschaftskrise geprägt.
Der Informationsfluss war damals deutlich langsamer, da man nicht die technischen Mittel hatte eine
grössere Bandbreite von Informationen zu liefern. Die neuesten Nachrichten stammten hauptsächlich aus der Zeitung, dem Radio oder aus dem sozialen Umfeld. Der Fokus der Nachrichten konzentrierte sich eher auf regionale und landesweite Inhalte. Erst das Etablieren des Fernsehens ermöglichte, in einem Prozess von über einem halben Jahrhundert, die Wiedergabe von immer mehr Informationen.
Die Generation Y und die Generation Z sind mit dem Internet aufgewachsen. Die technischen Fortschritte folgen Schlag auf Schlag und mit jedem Jahr wurde es zu einem wichtigeren Teil ihres Lebens. Mit Zugang zum Internet können zu jeder Zeit an jedem Ort die neusten Nachrichten aus aller Welt in wenigen Sekunden abgerufen werden. Onlinemagazine, Blogposts, Chatrooms und Internetforen entstanden. Das Medium wurde nicht nur zur Hauptquelle für Informationen aller Art, sondern auch zum Ort für Kommunikation und Austausch.
Wer ist die Generation Z?
Geboren zwischen 1996 und 2010, ist sie mit dem Internet und dem Smartphone aufgewachsen, was ihr
Leben massgeblich prägt.
Die Generation Z, kurz auch Gen Z genannt, ist in einer Zeit des beschleunigten technologischen Fortschritts aufgewachsen. Ein grosser Teil ihres Lebens spielt sich bereits in der digitalen Welt ab. Sie sind vernetzt, stets erreichbar und haben Zugang zu Informationen wie nie zuvor.
Öffnet man eine Social-Media-App, wird man häufig von Positivität und lächelnden Menschen überflutet. Im Kontrast zum realen Leben, wo die Menschen nicht unbedingt vor Freude sprühen oder im siebten Himmel schweben. In den sozialen Medien wird oft eine perfekte Welt inszeniert. Der soziale Druck, sich gut zu präsentieren, nimmt zu und man vergleicht sich ständig mit anderen.

Fomo
FOMO steht im Englischen für „Fear of missing out“ und bedeutet auf Deutsch so viel wie: «Die Angst etwas zu verpassen.» Das ist ein relativ neues Phänomen, welches in sozialen Netzwerken beobachtet wird.
Der Begriff FOMO erhielt seine Prägung durch Patrick J. McGinnis. Im Jahr 2004 publiziert er während seinem Studium in Bosten, Massachusetts, im Fachmagazin «The Harbus», der Harvard Business School den Artikel «McGinnis‘ Two Fos». Der Beitrag im monatlich erscheinenden akademischen Wirtschaftsmagazin dokumentiert erstmals diese Form von Angst.
Dieses Phänomen ist besonders bei der Generation Z zu beobachten. Sie ist ständig online, um sicherzustellen, dass sie keine wichtigen Ereignisse oder Neuigkeiten verpasst. Diese ständige Überprüfung von sozialen Medien, Nachrichtenfeeds und Veranstaltungen führt zu einer anhaltenden Unruhe und Unsicherheit.
Wann tritt FOMO auf?
Hauptauslöser für FOMO können soziale Interaktionen wie Gespräche oder die Nutzung von sozialen Netzwerken sein.
Die Angst tritt auf, wenn man sich mit anderen vergleicht. Menschen der Generation Z kommen durch die sozialen Medien in Versuchung sich nicht nur mit ihren Freunden und Altersgenossen zu vergleichen, sondern auch mit ihren Idolen. Die Angst, nicht genauso erfolgreich, schön oder aufregend zu sein, treibt viele dazu jede Gelegenheit für das perfekte Foto oder Video zu ergreifen, um es anschliessend online zu posten. Den Followern muss etwas geboten werden, um nicht in Vergessenheit zu geraten.
Wie äussert sich FOMO?
FOMO äussert sich als ein Gefühl der persönlichen und sozialen Unterlegenheit, Einsamkeit oder Wut. In Bezug auf soziale Netzwerke können Sie sich das so vorstellen: Sie stehen morgens auf, das Erste, was Sie tun, ist auf Ihrem Handy Instagram zu checken. Sobald Sie die App öffnen, werden Sie mit neuen Bildern und Videos überflutet – von der letzten verrückten Partynacht, einem leckeren gesunden Frühstück, dem perfekten Selfie und einem Schnappschuss von einem wunderschönen Sandstrand am Meer. Und Sie? Sie stehen nun im Bad und betrachten Ihr verschlafenes Gesicht, das Müsli ist alle, und für die Arbeit sind Sie auch schon spät dran.
Sie beginnen, sich schlecht und gestresst zu fühlen. „Warum bin ich nicht auf die Party gegangen?“ „Warum mache ich mir nicht jeden Morgen ein gesundes Frühstück, und warum bin ich nicht im Urlaub?“ Über den ganzen Tag wird Sie ein Gefühl begleiten, dass Sie auch noch etwas tun müssen. Sie müssen auch noch etwas posten und der Welt zeigen, dass auch Sie dazu gehören und ein spannendes Leben führen.
Wenn dieses Ritual täglich vollzogen wird, kann es schnell in eine Negativspirale führen. Man strebt ständig danach, die Fassade aufrechtzuerhalten und versucht, mit dem scheinbar „perfekten“ Leben anderer auf Social Media Schritt zu halten. Die heutigen technologischen Möglichkeiten führen oft auch dazu, dass man sich eine Internetpersona aufbaut. Was anfangs mit ein paar Filtern beginnt, kann in manchen Fällen zu einer komplett inszenierten Realität mutieren, bis man selbst mit seinem perfekt erstellten Ideal nicht mehr mithalten kann. Dies alles zur Gewinnung von Likes und Followern.
Was sind die Folgen von FOMO?
Die Auswirkungen von FOMO sind vielfältig. Die ständige Angst, etwas zu verpassen, führt zu einer Unfähigkeit im Moment zu leben und das Hier und Jetzt zu geniessen.
Es leidet die Konzentration, Beziehungen werden vernachlässigt und die psychische Gesundheit kann beeinträchtigt werden. Das Bedürfnis nach Bestätigung und Anerkennung aufgrund des Vergleichs mit anderen kann zu einem ständigen Druck, Unzufriedenheit, Angst, Stress und Depression führen.

Fazit
Die Generation Z ist in einer Ära des digitalen Fortschritts geboren, in der traditionelle Medien wie Zeitungen und Fernsehen durch Webportale und Streaming-Dienste ersetzt wurden. Das Internet präsentiert sich als unendlicher Dschungel von Informationen, der oft auch als eine Art Realitätsabbild betrachtet wird.
Es kommt vor, dass gelesene Beiträge oder konsumierte Videos nicht kritisch auf deren Herkunft und ihre Relevanz geprüft werden. Gleiches gilt für Personen, die sich Online überglücklich mit ihrem pompösen Lifestyle präsentieren. Es ist wichtig zu erkennen, dass dies nicht zwangsläufig bedeutet, dass es ihnen gut geht oder ihr Leben perfekt oder gar real ist.
Obwohl das Internet viele positive Aspekte bietet, ist es unumgänglich auch die Schattenseiten zu erkennen. Gerade soziale Netzwerke werden oft zur Plattform, auf der Selbstinszenierung in grossem Stil betrieben wird. Es ist daher wichtig, dass wir die Real-Welt und die Online-Welt trennen.


